Verfahren zur beschleunigten und bedingten Zulassung hat sich bewährt / Erster wichtiger Schritt / Kommission soll Zulassung kurzfristig erteilen

„Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat am Donnerstag eine bedingte Marktzulassung für die Behandlung von Covid-19 mit dem Antivirusmittel Remdesivir empfohlen. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Behandlung von Corona-Patienten in Europa gemacht und erstmals wird ein Medikament gegen das Corona-Virus zur Verfügung stehen.“ Dies erklärte der gesundheitspolitischen Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP, Christdemokraten) Dr. med. Peter Liese.

Eine bedingte Marktzulassung bedeutet, dass das Medikament nach Einschätzung der Experten wahrscheinlich wirksam und nebenwirkungsarm ist, dass man aber im Rahmen der Behandlung weiterhin genau untersuchen muss, ob diese Annahme stimmt. Um die Wirksamkeit und Sicherheit von Remdesivir besser belegen zu können, muss das Unternehmen der EMA bis Dezember dieses Jahres die Abschlussberichte der Remdesivir-Studien vorlegen.

Peter Liese verlange weitergehende Untersuchungen um insbesondere den optimalen Zeitpunkt und die optimale Darreichungsform für Remdesivr zu finden. „Nach Ansicht von vielen Experten ist es wichtig, dass Remdesivir in einer relativen frühen Phase der Erkrankung gegeben wird, in der die Verbreitung des Virus noch eine relativ große Rolle spielt. Im Endstadium wirken anderen Medikamente wie Dexamethason besser, da nicht das Virus dann den Krankheitsverlauf bestimm, sondern eine Art Autoimmunreaktion. Daher ist es wichtig den richtigen Zeitpunkt zu finden und vielleicht ist eine Darreichungsform über die Atemwege zielführender als die bisherige Dareichungform. Die Daten zu Remdesivir wurden in außergewöhnlich kurzer Zeit durch ein sogenanntes rolling review bewertet, ein Ansatz, den die EMA bei Notfällen im Bereich der öffentlichen Gesundheit anwendet, um die Daten zu bewerten, sobald sie verfügbar sind.

Auch in anderen Kreisen Westfalens ist Vorsicht geboten / Masken und Abstand jetzt wichtiger als in den letzten Wochen

Dr. Peter Liese begrüßt nachdrücklich die neuen Maßnahmen der Landesregierung zum Schutz vor Infektionen im Kreis Gütersloh und Kreis Warendorf. Er weist auch dringend darauf hin, dass in ganz Westfalen die bestehenden Corona-Maßnahmen jetzt streng eingehalten werden müssen. Abstand und Maske seien auch außerhalb der direkten Krisenregion jetzt dringender als in den letzten Wochen. Die Landesregierung hatte am Dienstagvormittag beschlossen, neben den bestehenden Schulschließungen im Kreis Gütersloh, weitere Einschränkungen einzuführen, insbesondere bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.

„Ich halte diese Entscheidung für sehr richtig und dringend notwendig. In geschlossenen Räumen ist das Ansteckungsrisiko deutlich größer als draußen, nach wissenschaftlichen Studien ca. 18 Mal. Außerdem kann dort nicht bei allen Gelegenheiten eine Maske getragen werden. Selbst mit Maske ist es gefährlich, wenn die Menschen längere Zeit auf engem Raum und bei schlechter Belüftung zusammen sind. Wir müssen leider davon ausgehen, dass sich das Infektionsgeschehen nicht auf die Mitarbeiter des Zerlegebetriebes bei Tönnies eingrenzen lässt. Dazu gibt es schon zu viele Kontakte, zum Beispiel durch gemeinsames Wohnen von Tönnies Mitarbeitern mit Mitarbeitern anderer Firmen oder durch Monteure, die in diesem Bereich tätig waren.

Peter Liese und Dennis Radtke:

Brief an Ursula von der Leyen / Systematische Testung aller Mitarbeiter / Haftung auch für Subunternehmer / Europäische Datenschutzgrundverordnung steht nicht über Infektionsschutz


„Der Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies zeigt, dass die untragbaren Zustände in der Fleischindustrie nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schädigen, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen arbeiten und leben müssen, sondern auch die Allgemeinbevölkerung betreffen und durch die verhängten Coronamaßnahmen nun eine ganze Region leidet. Hier muss jetzt endlich schnell und klar Abhilfe geschaffen werden.“ Dies erklärten die beiden CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese und Dennis Radtke. Die beiden Europaabgeordneten, die die betroffene Region im Europäischen Parlament vertreten, sendeten einen dringenden Appell an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Diesen finden Sie unter https://www.peter-liese.de/images/GemeinsameStellungnahmeLieseRadtke.pdf

Nie waren Abstand, Maske und Belüftung wichtiger / Ausbruch offensichtlich schon seit einigen Wochen aktiv

Der Europaabgeordneten und Arzt Dr. Peter Liese ruft die Menschen in den Kreisen Soest und Paderborn zur Vorsicht auf. Angesichts des Corona-Ausbruchs bei Tönnies in Rheda seien Abstand, Maske tragen und Belüftung wichtiger als jemals zuvor. Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen hat Peter Liese erfahren, dass die Krankenhäuser im Kreis Gütersloh schon deutlich vermehrt Corona-Patienten aufgenommen haben.

„Das heißt, dass Infektionsgeschehen geht schon über mehrere Wochen, denn erfahrungsgemäß erfolgt ein Krankenhausaufenthalt circa zwei Wochen nach der Infektion. Es ist auch völlig unmöglich, dass sich eine so große Zahl von Mitarbeitern innerhalb von wenigen Tagen angesteckt hat. Deswegen ist die These, dass die Mitarbeiter die Infektion über das Fronleichnams-Wochenende aus dem Ausland mitgebracht haben, aus medizinischer Sicht völlig unhaltbar“, so Liese.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen