Keine Einigung zu Emissionshandel ist besser als Luftbuchungen / Mittel der Außen- und Handelspolitik nutzen um Druck auf Brasilien und USA auszuüben

„Das Ergebnis der Klimakonferenz im Madrid ist zwar enttäuschend, aber es gut, dass es ein Abschlussdokument gibt, mit dem der Druck auf die Bremser, wie Brasilien und die USA aufrechterhalten wird. Wenn wir uns jetzt klug anstellen, wird es im nächsten Jahr in Glasgow ein besseres Ergebnis geben“, dies erklärte der umweltpolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Peter Liese zum Abschluss der Klimakonferenz in Madrid. Die Teilnehmer hatten sich auf ein Abschlussdokument geeinigt, in dem alle Staaten aufgerufen werden, bis zur Konferenz in Glasgow höhere Ziele vorzulegen. Sie hatten sich jedoch nicht auf eine genaue Ausgestaltung des Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommen verständigt, der den Handel mit Emissionszertifikaten regelt. „Allen voran Brasilien wollte den Emissionshandel so aufweichen, dass es am Ende nur noch Luftbuchungen gibt. Dies konnten wir nicht akzeptieren. Deswegen ist kein Ergebnis in dieser Frage besser als ein schlechtes Ergebnis.“

Positive Dynamik für höhere Ziele im nächsten Jahr / Gegen EU Mittel für Kernenergie


Beim Gipfeltreffen in Brüssel haben sich die europäischen Staats- und Regierungschefs grundsätzlich auf das Ziel der Klimaneutralität verständigt. Der umweltpolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. Peter Liese begrüßt diese Entscheidung. „Dies ist ein sehr wichtiger Schritt“, so Liese, der zurzeit als stellvertretender Delegationsleiter des Europäischen Parlaments an der Klimakonferenz in Madrid teilnimmt. „Diese Entscheidung wird bei der Klimakonferenz viele Staaten beeindrucken und der Kompromiss wird dafür sorgen, dass wir eine positive Dynamik bekommen im Hinblick auf die Konferenz in Glasgow, die dann tatsächlich höhere Klimaziele für viele Staaten der Welt festlegen soll. Ich bedauere, dass einige Staaten die Kernenergie verstärkt nutzen wollen. Ich glaube auch, dass dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht erfolgreich sein wird, denn neue Kernkraftwerke sind extrem teuer. Das wichtigste ist für mich, dass die Europäische Union und damit auch der deutsche Steuerzahler die Kernenergie, sowie den Bau von neuen Kernkraftwerken nicht unterstützt. Da werde ich mich mit aller Kraft für einsetzen“, so Liese.

Brexit wird leider kommen / Wichtig für Südwestfalen ist nun ein Abkommen für die langfristige Zusammenarbeit

Premierminister Boris Johnson und seine Tories haben die Parlamentswahl in Großbritannien klar gewonnen. Dreieinhalb Jahre nach dem knappen Votum der Briten zum EU-Austritt scheint dem Brexit damit nun nichts mehr im Wege zu stehen. Die starke Mehrheit seiner Partei ermöglicht es dem Premierminister, sein mit der EU ausgehandeltes Ausstiegsabkommen zügig vom Unterhaus verabschieden zu lassen.

„Nach dem klaren Wahlsieg von Boris Johnson wird der Brexit stattfinden. Ich bedaure dies sehr“, so Peter Liese in einer ersten Reaktion. Liese hob aber auch hervor, dass die klaren Mehrheitsverhältnisse nun dafür sorgen werden, dass es zu einem geregelten Austritt kommt. Dies sei für Südwestfalen enorm wichtig. Gemäß dem Austrittsabkommen soll Großbritannien dann bis Ende 2020 in einer Übergangsphase bleiben. Bis dahin will Johnson einen Vertrag über die künftigen Beziehungen mit der EU aushandeln. „Für Südwestfalen, seine Menschen und Unternehmen ist es besonders wichtig, dass wir in den nächsten Monaten ein Abkommen für die langfristige Zusammenarbeit hinbekommen. Wir haben in so vielen Bereichen enge Verflechtungen, die im Interesse der EU und Großbritanniens geregelt werden müssen. Nicht nur in der Wirtschaft. So können zum Beispiel wichtige Medikamente nicht geliefert werden, wenn es keinen geregelten Handel gibt. Auch sind viele Bereiche betroffen, die die Menschen unmittelbar berühren, wie zum Beispiel die Reisefreiheit oder die Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Europäischer CO2-Preis stärkt Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie / Unterstützung für den Wald angekündigt


„Der Green Deal, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch vorgestellt hat, ist eine große Chance für die Region Südwestfalen“, dies meint Peter Liese, der auch umweltpolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) ist. „Wir sehen in unseren Wäldern in Südwestfalen, dass wir dringend etwas gegen den Klimawandel tun müssen. Deswegen begrüße ich die Ankündigung von Ursula von der Leyen für einen Green Deal. Wenn wir Klimaschutz richtig machen, bedeutet dies auch eine Chance für Wirtschaft und Arbeitsplätze. Die eine Milliarden Euro, die wir aktuell täglich für Kohle, Gas und Öl bezahlen, ist besser bei unserer heimischen Industrie und unseren heimischen Handwerkern aufgehoben, die Produkte klimafreundliche Produkte herstellen und installieren. Für Südwestfalen bedeutet der Green Deal eine große Chance, da unsere Unternehmen in diesem Bereich führend sind. Um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden müssen wir es aber richtig machen. In Deutschland hat die große Koalition einen CO2-Preis für die Bereiche eingeführt (zum Beispiel Verkehr), in denen er bisher nicht gilt. Dies kritisieren Grüne und SPD als zu wenig ambitioniert.

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