Vorgehen höchst problematisch und in der EU nicht zulässig / andere u.a. deutsche Projekte sind weiter

Als höchst problematisch bezeichnete der Europaabgeordnete und Arzt Dr. med. Peter Liese das Vorgehen der russischen Behörden beim Inverkehrbringen eines Impfstoff gegen COVID-19. Russland hat mitgeteilt, einen Impfstoff auf den Markt gebracht zu haben, der aber die notwendigen klinischen Prüfungen noch nicht durchlaufen hat.

„Der russische Impfstoff hat nur die Phasen eins und zwei der klinischen Prüfung abgeschlossen. Damit sind die Russen eigentlich hinten dran, denn weltweit gibt es schon sechs Projekte, die diese ersten beiden Phasen seit längerem abgeschlossen haben, unter anderem das von der EU gefördert Projekt des Mainzer Unternehmens BioNTech gemeinsam mit dem Pharmakonzern Pfizer. Dieses und die fünf anderen gehen nun in die notwendige dritte Phase der klinischen Prüfung. Hier muss dargelegt werden, dass der Impfstoff überhaupt wirkt und dass auch bei einer größeren Zahl von Anwendungen, keine unverantwortlichen Nebenwirkungen auftreten. Die Russen überspringen diese Phase einfach, das ist nach EU-Recht nicht zulässig und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass viele Menschen Nebenwirkungen haben, aber keinerlei Wirkung. Es ist wichtig, dass wir schnell einen Impfstoff bekommen und deswegen unterstützt die Europäische Union Forscher-Teams mit erheblichen Mitteln.

Darüber hinaus hat die Europäische Arzneimittelagentur, die für die Zulassung aller Impfstoffe in der Europäischen Union verantwortlich ist, hat Experten-Teams zusammengestellt, die immer, wenn Ergebnisse vorliegen, diese sofort bewerten. Durch Bürokratie, Personal- oder Geldmangel, darf keine Verzögerung entstehen, aber die Sicherheit darf nicht geopfert werden“, so Liese, der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) ist.

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