Wir brauchen EU-Solidarität, um Menschenleben zu retten / Ohne Solidarität kann EU an Coronakrise zerbrechen


Die Coronakrise hat die EU fest im Griff. Die Europäische Kommission hat deshalb heute ein Papier zur medizinischen Notfallunterstützung der Mitgliedstaaten beschlossen. Hierbei geht es unter anderem um finanzielle Unterstützung der Mitgliedstaaten bei dem Transport von Intensivpatienten in andere Mitgliedstaaten oder durch die Koordinierung von freien Bettenkapazitäten in den Krankenhäusern. Dadurch sollen möglichst viele Menschenleben in der gegenwärtigen Krise gerettet werden. Bisher haben im größeren Stil nur Luxemburg und Deutschland Patienten aus anderen Mitgliedstaaten aufgenommen.

Der gesundheitspolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese lobte diese konkrete Form der Unterstützung durch die Kommission. „Aus meiner Sicht ist es dringend erforderlich, dass alle Mitgliedstaaten ihre freien Bettenkapazitäten melden und den Regionen, wie Norditalien, Madrid und Ostfrankreich helfen, bei denen die Ärzte und Pfleger verzweifelt um das Leben der Menschen kämpfen, aber einfach keine Kapazitäten mehr haben. Die Krise trifft die Mitgliedstaaten zu unterschiedlichen Zeiten und diejenigen die heute Hilfe leisten sind morgen über Hilfe der anderen mit Sicherheit dankbar“ so der Arzt und Europaabgeordnete.

Liese selbst hatte diese Art der Unterstützung immer wieder eingefordert, da dies auch den Kern der Europäischen Union betreffe. "Wenn wir nicht solidarisch sind, kann das Corona-Virus die Europäische Union zerstören. Menschen, die sterben, weil nicht mehr genügend Kapazitäten vorhanden sind, während in Nachbarländern noch viele Betten leer stehen, wären ein Zeichen für das Versagen der EU. Ich bin daher sehr dankbar für alle Ärzte und Pflegekräfte, die jetzt schon helfen, Patienten aus den besonders betroffenen Regionen zu behandeln. Das kann aber weiter verbessert werden. Als unsere Fraktion vor drei Wochen zum ersten Mal den Gedanken dieser Form von Solidarität aufgeworfen hat, haben sich viele gedacht, dass das doch gar nicht funktionieren kann. Aber wir zeigen in Deutschland und in Luxemburg gerade, dass diese Form der Solidarität, in der es um Menschenleben geht, funktioniert.“ Liese verwies in dieser Frage auch auf frühere Hilfe für Staaten, die nicht der EU angehören: „Wir haben Patienten aus Westafrika, die an Ebola erkrankten, ausgeflogen, um sie hier zu behandeln. Warum zum Teufel ist es nicht möglich, dass Patienten aus Italien und Spanien auch in Irland, in skandinavischen Ländern oder in Osteuropa behandelt werden? Ich bin Ursula von der Leyen und Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sehr dankbar, dass sie durch das heute vorgelegte Dokument konkrete Hilfe anbieten.  Zugleich ist das Dokument auch ein moralischer Appell an alle Mitgliedstaaten, das zu tun, was in ihren Möglichkeiten steht.“ so der Arzt und Europaabgeordnete.
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