Gefährliches Spielzeug hat im Kinderzimmer nichts zu suchen / Mehr Kontrolle über Onlinehändler und digitaler Produktpass / Industrie aus der Region unterstützt die Einigung


Das Europäische Parlament hat heute mit großer Mehrheit die neue EU-Spielzeugverordnung angenommen, die Kinder künftig deutlich besser vor gesundheitsgefährdenden Stoffen schützen. Besonders wichtig ist das Verbot ganzer Stoffgruppen wie PFAS („Ewigkeitschemikalien“) und Bioziden, die sich nachweislich im Körper anreichern und ein besonderes Risiko darstellen.

„Giftiges Spielzeug hat im Kinderzimmer nichts zu suchen. PFAS, Biozide und andere schädliche Chemikalien können sich bereits im frühen Alter im Körper anreichern, das ist besonders gefährlich. Ich bin sehr froh, dass wir als Europäisches Parlament hier endlich klare und europaweit einheitliche Schutzstandards setzen“, erklärte Dr. Peter Liese. 


Neben dem Chemikalienverbot bringt die neue Verordnung weitere wichtige Neuerungen: Jedes Spielzeug, das in der EU verkauft oder in die EU importiert wird, soll künftig einen digitalen Produktpass tragen. Über QR-Codes sollen Warnhinweise, Sicherheitstests und Herstellerinformationen sichtbar sein. Das hilft nicht nur den Eltern, sondern ermöglicht auch Zollbehörden, gefährliche Produkte schneller aus dem Verkehr zu ziehen. „Wir gehen entschieden gegen die Schlupflöcher im Onlinehandel vor. Viele gefährliche Produkte kommen über Plattformen aus Drittstaaten zu uns. Mit der neuen Verordnung nehmen wir auch die großen Onlinehändler endlich stärker in die Pflicht. Künftig gilt: Wer Spielzeug in Europa verkaufen will, muss sich auch an europäische Sicherheitsregeln halten“, so Liese weiter. Auch die Industrie aus der Region unterstützt die Einigung.

Seine Fraktion hatte sich in den Verhandlungen besonders dafür eingesetzt, die Regeln praxistauglich zu halten, kleine und mittlere Unternehmen nicht zu überfordern und gleichzeitig den größtmöglichen Schutz für Kinder zu gewährleisten.  „Die neuen Vorgaben setzen einen hohen Standard, aber sie sind mit Augenmaß gestaltet. Die Umstellungsphase beträgt rund viereinhalb Jahre und endet damit frühestens gegen Ende 2029 und gibt den Herstellern genügend Zeit, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen. Das ist wichtig, um sowohl die Sicherheit als auch die Wettbewerbsfähigkeit im Binnenmarkt zu stärken“, so Liese.