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Großbritannien will "Drei-Eltern-Babys" zulassen

Versuche verstoßen gegen Europäischen Recht, sind ethisch inakzeptabel und medizinisch höchst fragwürdig

Brüssel/London - Das  britische Unterhaus hat heute beschlossen, eine Befruchtungsmethode zuzulassen, bei der -"wenn sie erfolgreich durchgeführt wird"- Kinder mit drei Eltern entstehen. Damit könnte Großbritannien das erste Land weltweit sein, das diese Technik zulässt. Die für den 23. Februar geplante Abstimmung im Oberhaus gilt als reine Formsache. Der CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese kritisierte diesen Beschluss scharf: "Die Technik sieht einen Eingriff in die menschliche Keimbahn vor. Damit reißt Großbritnannien eine der letzten Grenzen, die in der EU und darüber hinaus als unverrückbar angesehen wurden. Ob die Technik zum gewünschten Erfolg führt und welche neuen Probleme entstehen, ist völlig unklar", so Liese.

 

Anders als in Großbritannien sind sogar Versuche mit dieser Form der künstlichen Befruchtung in Deutschland verboten. Nach Lieses Auffassung verstößt Großbritannien auch gegen die EU-Richtlinie zu klinischen Prüfungen. Dort sind klinische Prüfungen, also Heilversuche unter wissenschaftlicher Begleitung, nicht zulässig, wenn sie in die menschliche Keimbahn eingreifen. "Großbritannien bedient sich hier eines Tricks. Die Regierung behauptet, es sei keine klinische Prüfung erforderlich. Dies widerspricht allerdings allen medizinischen Erkenntnissen, da neue Therapien zunächst unter wissenschaftlicher Begleitung in Form einer klinischen Prüfung erprobt werden müssen", so der gelernte Arzt weiter. Bei der in Großbritannien jetzt zugelassenen Technologie wird durch den sogenannten Spindel-Transfer im Kern der Eizelle (Kern-DNA) der Mutter in die zuvor entkernte Eizelle einer Spenderin eingesetzt. So entsteht eine Eizelle, die hauptsächlich Erbgut der Mutter enthält, jedoch auch sogenannte mitochondriale DNA, also auch Erbgut der Spenderin. Diese Eizelle wird anschließend künstlich befruchtet und in die Gebärmutter eingesetzt.

© Dr. med. Peter Liese, MdEP 2016